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Eigenes KI-Team aufbauen oder mieten: der ehrliche Kostenvergleich

Von Dominik · 18. Juli 2026 · KI-Team, Kostenvergleich, KI Einstellung, Retainer

Kurz gesagt. Wenn dein Unternehmen KI-Software bauen lassen will, ist die eigentliche Frage nicht "sollen wir das machen", sondern "stellen wir jemanden ein oder mieten wir ein Team". Fast alle Kostenrechnungen dazu enden bei "kommt auf den Umfang an". Das ist bequem und nutzlos. Hier ist die ehrliche Version, mit echten Zahlen: was eine eigene Senior-KI-Kraft voll eingerechnet wirklich kostet, was ein gemietetes Team kostet, und wann welche Antwort richtig ist.

Die Frage, die wirklich ansteht

Die meisten Unternehmen haben eine Liste von KI-Ideen, die nie gebaut werden. Ein internes Tool, das der Verwaltung Stunden spart. Ein Assistent auf den eigenen Dokumenten. Eine Automatisierung, die zwei Systeme verbindet, die heute jemand von Hand abtippt. Die Ideen sind da. Was fehlt, ist jemand, der sie baut.

Und hier trennen sich zwei Wege: eine eigene Fachkraft einstellen, oder ein Team mieten, das die Arbeit für dich erledigt. Das ist die reale Entscheidung, nicht "KI ja oder nein". Beide Wege haben echte Kosten. Der eine wird nur fast immer zu niedrig gerechnet.

Was eine einzige Senior-Einstellung wirklich kostet

Das Bruttogehalt ist der kleinste Teil, und trotzdem der einzige, über den meist geredet wird. Rechnen wir eine Senior-KI-Kraft in Deutschland ehrlich durch. Die Zahlen sind Marktgrößen, keine punktgenauen Angaben, und Gehälter bewegen sich, prüfe sie also kurz vor einer echten Entscheidung selbst nach.

  • Grundgehalt: ein Senior im KI-Bereich liegt grob bei 90.000 bis 110.000 Euro im Jahr (Marktdaten, etwa StepStone; "AI Engineer" tendiert dabei höher als der allgemeine "KI-Entwickler").
  • Arbeitgeberkosten: rund 21% Lohnnebenkosten oben drauf, also etwa 20.000 Euro pro Jahr.
  • Arbeitsplatz, Ausstattung, Lizenzen, Weiterbildung: noch einmal ein spürbarer Betrag, gerade im KI-Bereich mit teuren Tools und Rechenkosten.
  • Vermittlung: einmalig üblicherweise 20 bis 30% eines Jahresgehalts, wenn du über eine Personalberatung suchst, also grob 20.000 bis 30.000 Euro.

Voll eingerechnet landest du bei rund 120.000 bis 155.000 Euro im Jahr, also etwa 10.000 bis 13.000 Euro im Monat. Und das ist der Preis, bevor die Person eine einzige Zeile produktiven Codes geliefert hat.

Zwei Posten fehlen in dieser Zahl noch, und sie sind die teuersten:

Die Anlaufzeit. Eine neue Kraft ist nicht ab Tag eins produktiv. Bis Systeme, Daten, Codebasis und Kontext sitzen, vergehen üblicherweise drei bis sechs Monate, voll bezahlt, noch nicht voll produktiv.

Das Abwanderungsrisiko. KI-Kompetenz ist laut Nash Squared 2025 die weltweit knappste Tech-Kompetenz, vom sechsten auf den ersten Platz in achtzehn Monaten. Bitkom zählt in Deutschland weiter über 100.000 unbesetzte IT-Stellen. Das heißt: Wer die Person heute einstellt, hält sie morgen nicht selbstverständlich. Geht sie im ersten oder zweiten Jahr, zahlst du Suche und Anlaufzeit noch einmal.

Die zwei Wege nebeneinander

Eine eigene Senior-KraftEin gemietetes Team (Retainer)
Voll eingerechnete Kostenca. 120.000 bis 155.000 Euro/Jahrab 5.000 Euro/Monat, gängig 10.000 Euro/Monat
Was du bekommsteine Personein Team (Produkt und KI-Engineering)
Produktiv abdrei bis sechs MonateWoche eins
Suche und VermittlungMonate, plus 20 bis 30% Vermittlungskostenkeine
Arbeitgeberkostenja, rund 21%keine
Abwanderungsrisikodeinsunseres
Passt beiKI ist dein Kernprodukt, tiefe Inhouse-Kompetenz nötigeine Roadmap, die gebaut werden soll

Die Zeile, auf die es ankommt, ist die erste. Für ungefähr das, was eine einzige voll eingerechnete Senior-Kraft im Jahr kostet, bekommst du ein ganzes Team. Das ist kein Rechentrick, es ist die Rechnung: eine Senior-Kraft voll eingerechnet sind rund 10.000 bis 13.000 Euro im Monat, und das ist genau die Größenordnung eines Retainers, der dir statt einer Person ein eingespieltes Team liefert, ab der ersten Woche, ohne Suche, ohne Anlaufzeit, ohne das Risiko, dass jemand kündigt.

Über drei Jahre gerechnet

Einzelne Monate verzerren das Bild, weil die Anlaufzeit und die Vermittlung einmalige Brocken sind. Über drei Jahre wird es ehrlicher.

Die eigene Kraft, wenn sie bleibt: drei Jahre voll eingerechnet, plus einmalige Vermittlung, plus die verlorene Produktivität der Anlaufzeit. Realistisch bewegst du dich für eine Person Richtung 400.000 Euro über drei Jahre, unter der optimistischen Annahme, dass sie nicht kündigt. Kündigt sie, kommt ein zweiter Suchlauf und eine zweite Anlaufzeit obendrauf.

Das gemietete Team im gleichen Zeitraum: planbar, ohne die einmaligen Brocken, ohne Abwanderungsrisiko, und du skalierst die Stufe nach dem, was tatsächlich gebaut werden soll. Du zahlst für Ergebnisse, nicht für eine Stelle.

Wie ein solches Team überhaupt so viel liefern kann, ohne groß zu sein, haben wir in Wie ein Unternehmen mit KI-Agenten Software baut beschrieben, und warum wir es als Jahresretainer statt nach Stunden abrechnen, in Das KI-Retainer-Modell.

Wann Einstellen die richtige Wahl ist

Damit dieser Text ehrlich bleibt: Einstellen ist manchmal richtig. Wenn KI dein Kernprodukt ist, wenn die Kompetenz dauerhaft und tief im eigenen Haus sitzen muss, wenn du groß genug bist, um ein ganzes Team aufzubauen und zu halten, dann baue dein eigenes Team, trotz Kosten und Risiko. Die Rechnung oben spricht nicht gegen das Einstellen an sich. Sie spricht dagegen, es zu tun, ohne die wahren Kosten zu kennen.

Für die meisten Unternehmen mit einer Roadmap voller KI-Ideen, aber ohne die Zeit, monatelang zu suchen, und ohne den Wunsch, das Abwanderungsrisiko zu tragen, ist die Antwort die andere: ein Team mieten, das ab der ersten Woche baut.

Die Frage, die den Anbieter entlarvt

Wenn dir jemand anbietet, KI für dich zu bauen, stell die Kostenfrage direkt: Was kostet das voll eingerechnet, und was bekomme ich dafür ab wann? Eine gute Antwort nennt eine Zahl und ein Datum: einen festen monatlichen Preis, ein Team, produktiv ab Woche eins. Eine schlechte Antwort ist "kommt auf den Umfang an", ohne je konkret zu werden. Das Erste ist jemand, der sich festlegt. Das Zweite verkauft dir die Unsicherheit, die du eigentlich loswerden wolltest.


Wir sind das Senior-Team, das du nicht einstellen musst. Ein Jahresretainer, ein fester Monatspreis, ein Team ab der ersten Woche. Wenn du deine eigene Rechnung ehrlich gegenrechnen willst, ist ein erstes Gespräch genau dafür da.

Häufige Fragen

Was kostet ein Senior-KI-Entwickler in Deutschland wirklich?
Deutlich mehr als das Bruttogehalt. Ein Senior im KI-Bereich liegt beim Grundgehalt grob bei 90.000 bis 110.000 Euro im Jahr (Marktdaten, z. B. StepStone). Dazu kommen rund 21% Arbeitgeberkosten, Arbeitsplatz, Lizenzen und Weiterbildung, plus einmalig 20 bis 30% eines Jahresgehalts für die Vermittlung. Voll eingerechnet landest du bei rund 120.000 bis 155.000 Euro im Jahr, also etwa 10.000 bis 13.000 Euro im Monat, bevor die Person am ersten Tag produktiv ist. Prüfe die genauen Gehaltszahlen kurz vor einer Entscheidung selbst nach, sie bewegen sich.
Ist ein gemietetes KI-Team billiger als eine eigene Einstellung?
Nicht immer in reinen Euro, aber fast immer im Verhältnis von Risiko zu Wert. Für ungefähr das, was eine einzige voll eingerechnete Senior-Kraft kostet, bekommst du ein ganzes Team, ohne Monate der Suche, ohne Einarbeitung und ohne das Risiko, dass die Person nach einem Jahr wieder geht. Du zahlst für ein Ergebnis ab Woche eins statt für eine Stelle, die du erst besetzen und einarbeiten musst.
Wie lange dauert es, bis eine neue KI-Einstellung produktiv ist?
In der Regel Monate, nicht Wochen. Bis Systeme, Daten, Codebasis und Kontext sitzen, vergehen üblicherweise drei bis sechs Monate, in denen die Stelle voll bezahlt, aber noch nicht voll produktiv ist. Diese Anlaufzeit gehört ehrlich in jeden Kostenvergleich, wird aber fast immer weggelassen.
Wann lohnt sich eine eigene Einstellung mehr als ein Retainer?
Wenn KI dein Kernprodukt ist und du die Kompetenz langfristig tief im eigenen Haus brauchst und halten kannst. Dann ist der Aufbau eines eigenen Teams richtig, trotz Kosten und Risiko. Wenn du dagegen eine Liste von Dingen hast, die gebaut werden sollen, nicht Monate auf eine Besetzung warten willst und das Abwanderungsrisiko nicht tragen möchtest, ist ein gemietetes Team der schnellere und sicherere Weg.